Nutria – Myocastor coypus

Größe:

Inklusive Schwanz 90-110cm.

Aussehen:

Nutrias haben struppig-drahtiges grau-braun-schwarzes Fell, orangene Zähne und einen drehrunden, fast unbehaarten Schwanz. Zwischen den Zehen der Hinterpfoten befinden sich Schwimmhäute. Die Ohren und weißen Tasthaare sind gut erkennbar. Sie werden bis zu 10kg schwer.

Nahrung:

Nutrias ernähren sich überwiegend vegetarisch von Wasserpflanzen; aber auch Schnecken, Muscheln, Würmer und andere kleine Wassertiere werden gelegentlich gefressen. Leben die Tiere in Feldnähe ergänzen Getreide und angebaute Gemüse das Nahrungsspektrum. In der Not wird auf Gras und Baumrinde zurückgegriffen.

Auftreten:

Die Nutria kommt ursprünglich aus Südamerika. Inzwischen hat sie sich als invasive (eingeschleppte) Art in Nordamerika, Europa und Asien angesiedelt. 

Lebensweise:

Nutrias leben in Familienverbänden oder kleinen Gruppen in unmittelbarer Wassernähe, wobei die Gruppen meist aus mehreren Weibchen und einem Männchen bestehen. Sie bewohnen Uferbereiche fließender und stehender Gewässer, in die sie ihre Höhlen bauen. Die Höhlen bestehen aus mehreren meterlangen Gängen und mehreren Kammern und sind von innen mit Pflanzenmaterial ausgekleidet. Die Eingänge der Höhlensysteme befinden sich oberhalb der Wasserlinie.

Nutrias sind eher dämmerungsaktiv, aber auch am Tag und in der Nacht können sie bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Die Territorien weisen einen Radius von ca. 200m auf, in welchem sich die Tiere aufhalten. Auf der Suche nach neuen Gebieten legen die Männchen Strecken von bis zu 11km zurück.

Vermehrung:

Nutrias können bis zu 3 Würfe pro Jahr mit durchschnittlich 5-7 (max. 13) Jungen bekommen. Die Tragzeit beträgt etwa 4-5 Monate. Die Jungen werden als Nestflüchter in einer der Höhlen geboren und sind ein paar Stunden nach der Geburt schon in der Lage aus der Höhle zu schwimmen. Die ersten 2 Monate werden sie von der Mutter gesäugt; sind aber schon in der Lage Wasserpflanzen zu fressen. Die Jungtiere sind nach 5-6 Monaten geschlechtsreif.

Lebenserwartung:

Unter optimalen Bedingungen können Nutrias bis zu 10 Jahre alt werden. Dieses Alter erreichen sie jedoch sehr selten, da sie vorher von natürlichen Fraßfeinden, wie Greifvögeln, Luchsen, Füchsen oder großen Mardern gefressen werden. Kalte Winter können die Population ebenso reduzieren wie Eingriffe des Menschen.

Besonderheiten:

Die Zähne sind durch Eiseneinlagerung sehr robust und orange.

Nutrias können die Mundhöhle von innen hinter den Zähnen verschließen, so dass sie auch unter Wasser fressen können und kein Wasser in die Luftröhre eindringt. Sie können bis zu 5 Minuten lang tauchen.

Nutrias benötigen täglich etwa 25% ihres Körpergewichtes als Futtermenge.

Schaden:

Nutrias gefährden durch starke Fraßschäden und Unterwühlungen nicht nur die heimische Flora, sondern auch die Sicherung der Uferbereiche. Insbesondere Regenrückhaltebecken, Kläranlagen, Deiche und Feuerlöschteiche können in Mitleidenschaft gezogen werden. Durch die große Futtermenge, die sie benötigen, nehmen sie der heimischen Fauna Lebensraum und Nahrungsgrundlage. In ländlichen Räumen, wo sie ggf. die Felder plündern, können Nutrias zudem einen agrarwirtschaftlichen Schaden verursachen.

Bekämpfung:

Fallenjagd gemäß gesetzlicher Regelungen der Bundesländer (Fallenscheininhaber / Schädlingsbekämpfer / Stadtjäger / Jagdausübungsberechtigte etc.)